Als Rapsöl küchenfein wurde

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Als Rapsöl küchenfein wurde

Rapsöl ist der Klassiker in der deutschen Küche. Rapsöl ist ein gefälliger Allrounder, mit dem man bei keinem Gericht wirklich etwas falsch machen kann. Rapsöl ist auch deshalb seit zehn Jahren so beliebt wie kein anderes Öl.

Das war nicht immer so, denn das aus ursprünglichen Sorten hergestellte Rapsöl vor 1970 wies einen hohen Anteil an Bitterstoffen und der ernährungsphysiologisch bedenklichen Erucasäure auf. Es war für die Ernährung von uns Menschen nicht wirklich geeignet. Das änderte sich erst durch gezielte, intensive Züchtungsarbeit in den 1960er- und 70er-Jahren, so wurde Rapsöl küchenfein.

Spitzenposition in der Landwirtschaft und der Ernährung

Mittlerweile wird Raps auf gut 1,4 Millionen Hektar angebaut und ist, gemessen an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Ackerfläche, die wichtigste Öl- und Eiweißpflanze für die deutschen Landwirte. Damit wird schnell deutlich, welche Bedeutung Rapsöl in unserer Ernährung als ernährungsphysiologisch wertvolles Speiseöl innehat. Rapsöl findet man übrigens in zwei verschiedenen Varianten im Supermarkt und in Feinkostgeschäften; und zwar als geschmacksneutrales Raffinat und als mild nussiges, natives Rapsöl, wie das kalt gepresste 1845 Rapskernöl.

Von ungenießbar über die Null zur Doppel-Null

Das heutige Rapsöl wird aus modernen Rapssorten gepresst, die das Ergebnis einer gezielten, über viele Jahre verfolgten, intensiven, züchterischen Arbeit sind. Im 19. Jahrhundert begann man mit ersten Züchtungsmaßnahmen an der Rapspflanze, die jedoch erst in den 1960er-Jahren richtig Fahrt aufgenommen hat. Ziel in dieser Phase war es, die ernährungsphysiologisch bedenkliche Erucasäure zu reduzieren, beziehungsweise ganz aus den neuen modernen Rapssorten zu eliminieren.

1974 war es dann so weit und der Durchbruch gelungen: Die erste erucasäurefreie Rapssorte wurde auf dem Markt eingeführt. Dieser sogenannte 0-Raps begeisterte selbst die Ernährungsexperten. Denn die einfach ungesättigte Erucasäure wurde hier gegen die ebenfalls einfach ungesättigte Ölsäure, die für die menschliche Ernährung mit einem fast idealen Fettsäuremuster punktet, ausgetauscht. Damit hat das Rapsöl Gehör gefunden und seinen, aus heutiger Zeit betrachtet, unglaublichen Siegeszug in den deutschen Küchen angetreten. 1985 setzten die deutschen Züchter noch eins drauf und konnten laut Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) den Glucosinolatgehalt des 0-Rapses auf unter 10 Prozent des Ausgangswertes senken. Das war die Geburtsstunde des sogenannten 00-Raps, aus dem heute noch das Rapsöl für unsere Gerichte gepresst wird; ein Öl mit einem für die menschliche Ernährung hervorragenden Fettsäuremuster.

Nicht nur bei Rapsöl spielen die verwendeten Rohstoffe eine entscheidende Rolle für die Qualität und den Geschmack des Öls. Wie aus Samen, Früchten und Nüssen unsere hochwertigen 1845 Speiseöle entstehen, erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag Rohstoffe Öl.

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