Ölziehen: Alte Heilmethode, neuer Trend

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Ölziehen: Alte Heilmethode, neuer Trend

Welchen Ursprung das Ölziehen hat, ist ein wenig umstritten. Es gibt sowohl die ukrainische und weißrussische Volksmedizin als auch das aus Indien stammende Ayurveda, die diese Therapie schon seit Jahrhunderten anwenden. Ob nun Osteuropa oder Indien, eines ist klar, die Heilmethode, bei der Zähne und Mundraum durch hochwertige Pflanzenöle gereinigt werden, erlebt derzeit einen Hype. Das liegt vor allem daran, dass natürliche Therapien im Trend liegen und die Menschen alles tun wollen, um gesund zu bleiben. Selbstoptimierung durch Sport, gesunde Ernährung und eben diese natürlichen Heilkundeverfahren.

Wie funktioniert Ölziehen?

Das Prinzip ist denkbar einfach. Am Morgen wird ein Esslöffel hochwertiges Pflanzenöl etwa 15-20 Minuten im Mundraum hin und her bewegt und gründlich verteilt. Dabei wird es immer wieder zwischen den Zähnen durchgezogen – hierher stammt auch der Name. Am Schluss wird das Gemisch aus Öl und Speichel ausgespuckt und der Mund mehrfach mit warmem Wasser ausgespült. Anschließend sollten die Zähne geputzt werden. Durch diese Methode sollen Viren, Bakterien und Pilze, die sich bei uns im Mundraum befinden, aus den Schleimhäuten gelöst werden und in das Öl übergehen. Daher ist es auch so wichtig, dass das Öl am Ende ausgespuckt wird. Entscheidend ist auch, dass die Prozedur durchgeführt wird, bevor etwas gegessen oder getrunken wird, da sonst die über Nacht angesammelten Bakterien mit heruntergespült werden können.

Funktioniert das wirklich?

Es gibt neben den Befürwortern der Methode natürlich auch Kritiker. Bisher gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche Belege, dass Ölziehen wirklich dazu führt, dass man gesünder ist. Nachgewiesen ist, dass das Öl mit dem Speichel und den enthaltenen Bakterien eine Emulsion eingeht und somit den Körper durch das Ausspucken verlässt. Kritiker stören sich vor allem daran, dass angenommen wird, der Körper sei nicht selbst in der Lage, Erreger und Giftstoffe selbstständig loszuwerden. Befürworter des Ölziehens schwören jedoch auf ihr morgendliches Ritual und sagen ihm viele positive Eigenschaften zu. Dazu zählen die Beseitigung von Plaque und Krankheitserregern, Unterstützung der Mandeln bei der Abwehr, Reduzierung von Mundgeruch, antibakterielle Kraft und Schutz vor Karies und Zahnfleischbluten. Wichtig sei dabei, dass das Öl lange genug und gründlich verteilt wird.

Tipp: Das Ölgemisch am besten in ein Papiertuch spucken und im Hausmüll entsorgen. Das Öl könnte sich sonst in den Rohren ablagern und diese verstopfen.

Welches Öl eignet sich zum Ölziehen?

In der ayurvedischen Anwendung wird klassischerweise Sesamöl verwendet. In der ukrainischen und weißrussischen Variante wird kalt gepresstes Sonnenblumenöl eingesetzt. Empfohlen werden inzwischen auch viele andere hochwertige Pflanzenöle wie Oliven-, Distel-, Lein-, Kokos- oder Nussöl. Das Öl kann auch mit etwas Zitronensaft gemischt werden, um es angenehmer für den Geschmack zu machen.

Wie häufig sollte man die Ölziehkur durchführen?

Hier scheiden sich etwas die Geister. Es kann sowohl als tägliche ergänzende Zahnpflege angesehen werden, als auch als befristete Kur für einige Wochen mit Pausen dazwischen. Bei akuten Beschwerden wird empfohlen, das Ölziehen bis zu dreimal am Tag, immer vor dem Essen auf leeren Magen, durchzuführen. Hier sollte jeder für sich entscheiden, wann und wie oft er die Kur durchführen möchte. Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt und es guttut.

Tipp: Am Anfang mit einem Teelöffel starten oder erst mal nur 5-10 Minuten den Mund spülen. So gewöhnt man sich langsam an den Vorgang.

Dass man mit hochwertigen Speiseölen nicht nur den Mund spülen kann, sondern auch wunderbares Kräuteröl selber machen kann, zeigen wir euch in einem anderen Blog-Beitrag.

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